Leitfaden Kalkulation & Angebote

Hochdruckreinigung kalkulieren: Schritt-für-Schritt zum Angebot

Erstelle ein Angebot aus Fläche, Zustand, Teamzeit, Betriebskosten, Mindestpreis und Zielmarge.

Aktualisiert 2026-07-13 9 Min. LesezeitVon zaps.work

Eine gute Kalkulation beginnt bei der tatsächlichen Arbeit, nicht bei einem kopierten Marktpreis. Miss die Fläche, bewerte den Zustand, schätze Teamzeit sowie Betriebs- und Fahrtkosten und wende dann deine Marge und Mindestgebühr an.

KurzformelAngebot = (Arbeit + Betrieb + Fahrt + Gemeinkosten) ÷ (1 − Zielmarge)

Vergleiche das Ergebnis mit deinem Mindestpreis und ergänze Steuern nur, wenn sie anfallen.

1. Den Reinigungsumfang genau festlegen

Zwei Objekte mit gleicher Fläche können völlig unterschiedliche Arbeit verursachen. Erfasse Einfahrt, Weg, Terrasse, Fassade, Zaun, Deck oder Gewerbefläche einzeln mit Material, ungefährer Fläche, Zustand und Zugang.

Fotos helfen, doch Entwässerung, Wasserzugang, empfindliche Flächen, starker Bewuchs, Öl, Rost, Höhe oder Nachbareigentum können Methode und Risiko verändern. Schreibe ausdrücklich, welche Flächen enthalten sind.

2. Eine passende Preismethode wählen

Flächenpreise funktionieren bei bekannten, wiederholbaren Oberflächen. Leite den Preis aber aus deinen Kosten ab: Berechne zunächst den nötigen Projektpreis und teile ihn erst danach durch die reinigbare Fläche.

Stundenpreise eignen sich bei schwer messbarem Umfang oder unsicherer Leistung. Für Privatkunden ist ein Festpreis meist verständlicher; intern kann er weiterhin aus Fläche, Zeit und Kosten entstehen.

Effektiver Flächenpreis = erforderlicher Projektpreis ÷ reinigbare Fläche

3. Zustand und Schwierigkeit berücksichtigen

Starker organischer Bewuchs, Öl, Rost, Kaugummi, Farbe, raue Strukturen, Hindernisse, schlechte Entwässerung, begrenztes Wasser, Gefälle oder Detailkanten erhöhen Zeit, Chemie oder Risiko.

Definiere eine konsistente Skala wie leicht, normal, stark und extrem. Ein Faktor soll zusätzliche Ressourcen abbilden und kein willkürlicher Zuschlag sein.

4. Alle Betriebskosten einbeziehen

Berücksichtige belastete Lohnkosten aller Personen, Kraftstoff, Reinigungs- und Fleckenmittel, Wasser, Geräteverschleiß, Reparaturen, Schläuche, Düsen, Fahrtzeit, Kilometer, Maut, Parken, Aufbau, Schutz, Nacharbeit und Übergabe.

Der Lohnsatz umfasst mehr als Nettolohn. Arbeitgeberkosten, nicht abrechenbare Zeit und Teamführung müssen ebenso wie Versicherung, Software, Planung, Marketing und Verwaltung finanziert werden.

5. Gewinnmarge korrekt ergänzen

Teile die Gesamtkosten durch eins minus Zielmarge. Einfaches Multiplizieren mit dem Margenprozentsatz erzeugt einen Aufschlag, nicht die gewünschte Marge. Kalibriere Preise mit echten Aufträgen statt fremde Quadratmeterpreise blind zu übernehmen.

Projektpreis = Gesamtkosten ÷ (1 − Zielmarge)

6. Beispiel für eine Einfahrt

Einfahrt und Weg umfassen 1.200 Quadratfuß. Ein Zweierteam benötigt inklusive Aufbau und Abschluss drei Stunden. Arbeit kostet 132, Chemie 18, Gerät und Kraftstoff 24, Fahrt 20 und Gemeinkosten 16. Gesamtkosten: 210.

Bei 30% Zielmarge beträgt der Projektpreis 300, entsprechend 0,25 pro Quadratfuß. Dieser Satz folgt den eigenen Kosten und Annahmen, nicht einem allgemeinen Marktpreis.

7. Kleine Aufträge mit einem Mindestpreis schützen

Auch ein kleiner Weg braucht Terminierung, Fahrt, Entladen, Wasseranschluss, Aufbau, Abbau, Rechnung und Zahlung. Leite den Mindestpreis aus dem kleinsten lohnenden Einsatz ab. Mehrere kleine Leistungen am selben Objekt können zu einem Paket gebündelt werden.

8. Ein Angebot ohne Missverständnisse schreiben

Liste Flächen, Maße, Verfahren, Behandlungen, Kundenvorbereitung und Ausschlüsse. Kläre Wasser, Zugang, Möbel, Abfluss und den Umgang mit verdeckten Schäden.

Versprich nicht, dass jeder Fleck vollständig verschwindet. Nenne Gesamtpreis, Steuer, Zahlungsplan, Leistungszeitraum und Gültigkeit und hole bei wesentlich anderem Zustand die Zustimmung zu einem geänderten Umfang ein.

Checkliste für Hochdruckreinigungsangebote

  • Jede Oberfläche bestimmen und messen.
  • Material, Zustand, Zugang, Wasser und Abfluss notieren.
  • Gesamte Teamzeit inklusive Aufbau schätzen.
  • Chemie, Kraftstoff, Gerät, Fahrt und Gemeinkosten addieren.
  • Besondere Schwierigkeit und Risiko anpassen.
  • Korrekte Margenformel anwenden.
  • Mit dem Mindestpreis vergleichen.
  • Umfang, Annahmen, Ausschlüsse und Gültigkeit dokumentieren.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen

Nach Fläche oder Stunde abrechnen?

Nutze die Methode, die deine Kosten am besten vorhersagt. Flächenpreise passen zu wiederholbaren Oberflächen; bei unsicherem Zugang, Aufbau, Verschmutzung oder Detailarbeit sind Stunden- oder Projektpreise sicherer.

Wie berechne ich einen Quadratmeterpreis?

Schätze zuerst Leistung, Arbeit, Chemie, Kraftstoff, Gerät, Fahrt, Aufbau und Gemeinkosten. Teile anschließend den erforderlichen Projektpreis durch die zu reinigende Fläche.

Brauche ich einen Mindestpreis?

Meistens ja. Fahrt, Entladen, Aufbau, Kommunikation und Zahlung fallen auch bei kleinen Flächen an. Der Mindestpreis deckt diese Fixkosten.

Was gehört in ein Angebot?

Nenne Oberflächen, Fläche, Verfahren, Behandlungen, Zugangsannahmen, Ausschlüsse, Gesamtpreis, Steuer, Zahlung und Gültigkeit. Verdeckte Schäden können eine Freigabe des geänderten Umfangs erfordern.

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